Foto: (c) Julia Ochs

Geschmackliche Vielfalt beim Genussmarkt in Eichstetten

Bio kosten, genießen und dabei allerlei Neues erfahren – im Rahmen der Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg fand am Sonntag, 26. September 2021 in Eichstetten am Kaiserstuhl ein Genussmarkt mit einer Vielfalt an Marktständen und großem Bühnenprogramm statt. Auch ein großes Jubiläum gab’s zu feiern: 50 Jahre Bioland.

50 Jahre Bioland

2021 ist das Jahr in dem Bioland – einer der größten deutschen Bio-Anbauverbände – sein 50-jähriges Bestehen feiert. Die Wahl des Jubiläumsorts fiel nicht von ungefähr auf Eichstetten am Kaiserstuhl: Schon 1976 trafen sich hier Mitglieder des Vereins „bio-gemüse“, dem Vorläufer des heutigen Bioland-Verbandes, zu ihrer ersten Bundesversammlung.

So ging es in den Talk-Runden vor Ort neben Themen wie der Erhalt fruchtbarer Böden, Klimawandel, Biodiversität oder Politik auch um Bioland und wie sich der Verband innerhalb der letzten fünfzig Jahre entwickelt hat.

Fotos: (c) Julia Ochs

Von alten Sorten und neuer Vielfalt – alles in Bio-Qualität

Bestes Wetter lockte viele Besucherinnen und Besucher auf den Genussmarkt. Liebevoll gestaltete Marktstände luden ein, frisches Bio-Gemüse und Bio-Obst einzukaufen und vor Ort zu kosten: Mais am Stiel, Spiralkartoffeln oder Zwiebelkuchen – alles lecker!

Neben den Talks auf der Bühne gab es bei Verkostungen allerlei Leckereien zu probieren – garniert mit Hintergrundinfos. Die Chance, Fragen zu stellen, nutzten viele der faszinierten Besucherinnen und Besucher des Genussmarkts. Drei der spannenden Verkostungen:

Foto: (c) Julia Ochs

Peppe Gelato

Marktstand Peppe Gelato wartete mit einer sommerlichen Erfrischung auf: Original italienisches Bio-Eis in der Mini-Waffel. Dazu gab’s Geschichten von Mona Scarpello, warum sie sich für den Bioland-Verband entschieden hat und was ein gutes Bio-Gelato ausmacht. Heißbegehrt mussten sie und ihr Team zwischenzeitlich Nachschub holen, der für uns ungeschlagene Favorit: Blaubeere!

Hier geht's zum Bio-Gelato

"Vielfalt schmeckt"

Süßlich-herbe Rote Bete „Tonda di Chioggia“, Tomatenpaprika, traditionelle Apfelsorten, geschmacklich intensive Kohlrabi – Annika Leistikow, Leiterin des Projekts „Vielfalt schmeckt“ bei ProSpecieRara und bei Rinklin Naturkost, gestaltete einen sehr spannenden Vortrag mit buntem Probierteller. Motiviert und anschaulich stellte sie ihr Projekt vor: In Kooperation mit den Bio-Großhändlern Rinklin Naturkost und BODAN wird der Anbau von seltenen, traditionellen Obst-, Gemüse- und Getreidesorten unterstützt. Zurück auf dem Acker, kommen die Sorten zunehmend auch wieder in die Läden und in die heimische Küche.

Auf zur Vielfalt

Foto: (c) Julia Ochs

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Feldfrisch-badisch & Dachswanger Mühle

Von wegen Kartoffel ist Kartoffel. In ihrer Verkostung „Voll auf die Knolle“ präsentierten Jannik Wurth von Feldfrisch badisch und Reinhard Schneider von der Dachswanger Mühle verschiedene Kartoffelsorten – inklusive Bühnentalk und spannenden Einblicken in den Weg der Kartoffel vom Anbau bis zur knusprigen Spiralkartoffel. Als solche gab es Linda, Annabelle und Co. frisch vor Ort zubereitet am Marktstand zum Probieren.

Talkrunde – Aktionsplan „Bio aus Baden-Württemberg“

Gemeinsam diskutierten Bioland-Geschäftsführer Christoph Zimmer und Naturland-Vizepräsident Hans Bartelme mit Dr. Konrad Rühl, Abteilungsleiter Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg über Chancen und Umsetzung des Aktionsplans „Bio aus Baden-Württemberg“. Dieser wurde 2012 von der Landesregierung auf den Weg gebracht, um den Ökolandbau im Land zu fördern. 2020 wurden erstmals Mittel in Höhe von jährlich 4,5 Millionen Euro zur Umsetzung des Aktionsplans im Koalitionsvertrag festgeschrieben.

Christoph Zimmer, seit August 2021 Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AÖL):

  • „Es ist sehr wichtig, neue Absatzmärkte zu erschließen, um den Ausbau des Ökolandbaus auch im Ländle weiter voranzubringen.“
  • „Wir begrüßen das Bekenntnis der Landesregierung zu zusätzlichen Mitteln, um Baden-Württemberg flächenhaft zum Bio-Musterländle zu machen. Um das ausgerufene Flächenziel von bis zu 40 Prozent Ökolandbau zu erreichen, muss aber noch viel getan werden.“
  • „Als gemeinsame Vertretung aller biologischer Anbauverbände fordern wir die Landesregierung aktiv dazu auf, die guten Vorsätze praktisch werden zu lassen und beispielsweise regionale Bioerzeugnisse in Landeseinrichtungen, wie in Mensen und Kantinen, verpflichtend einzusetzen.“

Impressionen

Fotos: (c) Julia Ochs